Frisch geschnittene Gartenblumen nebeneinander auf einem Holztisch: Sonnenhut, Rispenhortensie, Rudbeckia, Fetthenne, Cosmea und Kornblume

Blumenstrauß aus dem Garten: Was gerade bei uns blüht

Wir sind heute Vormittag mit der Schere einmal ums Haus gegangen. Nicht geplant, eher weil im Vorbeigehen auffällt, wie viel gerade gleichzeitig blüht. Zehn Minuten später lag alles nebeneinander auf dem Gartentisch: Sonnenhut, ein Zweig Rispenhortensie, Rudbeckia, Fetthenne kurz vor dem Aufgehen, eine Cosmea, eine einzelne Kornblume. Ein Blumenstrauß aus dem Garten Ende August sieht anders aus als im Juni — weniger zart, mehr Substanz, viel mehr Grün und Struktur.

Für einen Blumenstrauß aus dem Garten brauchst du drei Dinge: eine Leitblüte, die groß genug ist, um den Strauß zu tragen (Hortensie, Sonnenhut, Dahlie), zwei bis drei kleinere Blüten in einer zweiten Farbe, und mindestens genauso viel Grün wie Blüte. Ohne Blattwerk fällt jeder selbstgeschnittene Strauß auseinander und sieht nach Tankstelle aus.

Was Ende August bei uns blüht

Die Rispenhortensie ist gerade in der Phase, in der die weißen Blüten ins Rosa kippen. Das dauert bei uns bis in den September und wird jeden Tag ein bisschen dunkler. Daneben steht der Sonnenhut, der Purpur-Echinacea, den wir vor zwei Jahren gesetzt haben und der sich seitdem selbst aussät, ohne dass wir irgendwas dafür tun.

Die gelbe Rudbeckia ist die verlässlichste Pflanze im ganzen Garten. Sie blüht seit Juli durch und hört erst mit dem ersten richtigen Frost auf. Die Fetthenne — auf dem Tisch der graugrüne Stiel mit den flachen Dolden — ist überhaupt noch nicht so weit. Sie öffnet erst im September, und genau deshalb ist sie im Strauß so nützlich: Sie bringt Form, ohne mit den Blüten zu konkurrieren.

Dazu kommen die Nachzügler: eine Cosmea in Pink, eine Kornblume, die eigentlich zu spät dran ist, und ein paar Knospen, die es dieses Jahr nicht mehr schaffen werden. Die kommen trotzdem mit rein. Ein Strauß, in dem alles perfekt aufgeblüht ist, sieht aus wie gekauft.

Blumenstrauß aus dem Garten: drei Dinge, die wirklich helfen

Früh schneiden. Am besten morgens, solange die Stiele noch voll Wasser sind. Mittags in der Sonne geschnittene Blüten hängen abends. Das ist der einzige Punkt, bei dem wir wirklich stur sind.

Schräg anschneiden und Blätter entfernen. Alles, was unter der Wasserlinie hängt, fault innerhalb von zwei Tagen und macht das Wasser trüb. Bei der Hortensie zusätzlich das Stielende einmal längs einritzen, dann zieht sie deutlich besser.

Ungerade Anzahl, ungleiche Höhe. Drei Sorten wirken ruhiger als fünf, und wenn alles gleich hoch abgeschnitten ist, wirkt der Strauß steif. Wir lassen die Leitblüte immer eine Handbreit überstehen.

Warum ein Garten überhaupt so viel hergibt

Wir sind da nicht durch Können hingekommen, sondern durch Geduld. Bei uns wurde vor Jahren die Humusschicht abgeschoben — ein Fehler, den wir seitdem ausbügeln. Der Boden ist Lehm, schwer und im Sommer steinhart. Was jetzt blüht, blüht nicht, weil wir alles richtig gemacht haben, sondern weil wir irgendwann aufgehört haben, auf der Fläche herumzuwerkeln.

Konkret: weniger mähen, stehen lassen, was von selbst kommt, und Stauden setzen statt Einjährige. Wenn dich der ganze Weg dorthin interessiert, steht er ausführlich in unserem Guide Naturgarten anlegen. Und warum uns dieses Tempo überhaupt so wichtig ist, erklärt der Überblick was Slow Living eigentlich bedeutet.

Der Nebeneffekt: Ab Juni musst du nie wieder Blumen kaufen. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über eine Saison — und ein Strauß, der zehn Minuten vorher noch draußen stand, hält ohnehin länger als jeder aus dem Supermarkt.

Was wir dabei anhaben

Gartenkleidung ist bei uns keine eigene Kategorie. Es ist das, was ohnehin im Schrank liegt und in dem es nicht weh tut, wenn ein Erdfleck drankommt. Das „Gardening is my screen time"-Shirt trifft dabei ziemlich genau, wie so ein Vormittag abläuft. Und das „Good things take time"-Shirt ist für einen Garten auf Lehmboden fast schon eine Zustandsbeschreibung.

Häufige Fragen

Wie lange hält ein selbstgeschnittener Strauß?
Fünf bis zehn Tage, wenn du das Wasser alle zwei Tage wechselst und die Stiele dabei neu anschneidest. Rudbeckia und Fetthenne halten am längsten, Cosmea und Kornblume gehen zuerst.

Welche Blumen kann ich im August aus dem Garten schneiden?
Rispenhortensie, Sonnenhut, Rudbeckia, Cosmea, Dahlien, Zinnien, Schafgarbe und Sonnenblumen. Fetthenne und Herbstastern eher als Grün und Struktur, weil sie erst im September richtig aufmachen.

Schadet das Schneiden den Pflanzen?
Im Gegenteil. Bei Cosmea, Zinnien und Dahlien regt regelmäßiges Schneiden neue Blüten an. Bei Stauden wie Sonnenhut solltest du nur einen Teil der Blütenstände nehmen und den Rest über den Winter stehen lassen — Vögel und Insekten leben davon.

Der Strauß steht jetzt in der Küche. Bis Freitag hält er, dann gehen wir wieder raus.

— Florian & Kristina, Heart & Ground, Wies/Steiermark

Zurück zum Blog