Wanderer mit Rucksack geht mit seinem Hund auf einem weichen Waldweg zwischen Bäumen bergauf

Wandern mit Hund: Die besten Tipps für schöne Touren

Letzten September ist Mylo auf halbem Weg zur Weinebene einfach stehengeblieben. Nicht erschöpft-stehengeblieben. Sondern so, wie Border Collies das machen, wenn sie eine Entscheidung getroffen haben: Ohren nach hinten, Blick zurück Richtung Auto, keine Diskussion. Wir waren gegen halb zwölf losgegangen, der Schotterweg hatte den ganzen Vormittag Sonne abbekommen, und Wasser hatten wir zuletzt vor einer Stunde angeboten. Wandern mit Hund geht bei uns eigentlich fast immer gut. An dem Tag nicht, und schuld waren wir.

Wandern mit Hund funktioniert dann, wenn du die Tour nach dem Hund planst und nicht nach dir. Konkret heißt das: Schatten auf mindestens der Hälfte der Strecke, alle dreißig bis fünfundvierzig Minuten Wasser, weicher Untergrund statt aufgeheiztem Schotter, und eine ehrliche Einschätzung, was dein Hund an diesem Tag wirklich schafft. Alles andere — Ausrüstung, Etappenplanung, die perfekte Route — ist zweitrangig.

Dein Hund kann mehr als du denkst. Und weniger.

Mylo würde dreißig Kilometer laufen. Er würde uns dabei anschauen, als wäre das eine Aufwärmrunde. Border Collies hören nicht von selbst auf, das ist genau das Problem. Ein Hund sagt dir nicht „mir reicht's“, bevor es zu spät ist — er sagt es danach, mit wunden Pfoten und einem Tag, an dem er nur noch liegt.

Als grobe Richtung: Ein gesunder, erwachsener, mittelgroßer Hund, der regelmäßig unterwegs ist, packt zehn bis fünfzehn Kilometer im Bergland ohne Probleme. Wenn er es gewohnt ist. Wenn nicht, fängst du bei drei an und steigerst über Wochen. Junghunde unter etwa einem Jahr haben noch offene Wachstumsfugen — lange Abstiege sind für die schlecht, auch wenn sie oben herumtoben wie verrückt. Bei kurznasigen Rassen und bei alten Hunden gilt das Gegenteil von Ehrgeiz.

Einen Punkt haben wir lange unterschätzt: Nicht die Strecke macht müde, sondern die Reize. Ein Hund, der vier Stunden lang jede Wanderergruppe und jede Kuh im Blick behält, ist abends fertiger als einer, der dieselbe Distanz durch den stillen Wald getrottet ist.

Was wirklich in den Rucksack gehört

Wasser und eine faltbare Schüssel. Klingt banal, ist aber der einzige Punkt, bei dem wir wirklich streng sind. Mylo trinkt aus Bächen, wenn er darf, aber im Spätsommer führen die Gräben hinter Wies teilweise gar nichts mehr, und aus einer stehenden Lacke soll er nicht saufen. Also: anderthalb Liter extra, auch wenn das Gewicht nervt.

Dann eine Zeckenzange, ein kleines Handtuch, eine Ersatzleine und Pfotenschutz-Wachs. Das Wachs haben wir jahrelang für Marketing gehalten. Bis Mylo im Februar auf gestreutem Forstweg zwei aufgerissene Ballen hatte und wir ihn das letzte Stück getragen haben. Achtzehn Kilo, bergab. Seitdem ist das Wachs dabei.

Was wir nicht brauchen: Hunderucksäcke mit Satteltaschen. Kann man machen, wenn der Hund es gelernt hat. Wir finden ehrlich gesagt, dass die meisten Hunde damit nur schlechter balancieren. Und uns selbst reicht ein Baumwollshirt, das nach vier Stunden nicht klebt — mehr Ausrüstungsdiskussion braucht es an einem normalen Wandertag nicht.

Wo Wandern mit Hund in der Steiermark gut geht — und wo nicht

Almwege mit Mutterkühen sind das Thema, über das hier oben am meisten geredet wird. Die Regel, an die wir uns halten: Weidefläche nur betreten, wenn es sein muss, Hund kurz und dicht bei uns, großer Bogen um Kälber. Und wenn eine Kuh trotzdem zügig auf uns zukommt, machen wir Mylo los. Ein Hund an der kurzen Leine zieht das Tier zu dir. Frei rennt er weg — und die Kuh hinterher, aber eben nicht zu dir. Das fühlt sich falsch an, wenn man es zum ersten Mal macht. Es ist trotzdem richtig.

Im Frühling meiden wir die Hänge, an denen Rehwild steht, bis in den Mai hinein. Nicht wegen einer Vorschrift, sondern weil es keinen Spaß macht zuzusehen, wie ein Reh mit Kitz vor deinem Hund die halbe Flanke hochflüchtet. Klettersteige, lange Leitern, ausgesetzte Steige: gehen wir ohne Hund oder gar nicht. Es gibt genug Wege, die für alle passen.

Was hier fast immer funktioniert, sind die Waldwege der Koralpe im Frühherbst. Weicher Boden, Schatten, Bäche. Und diese Ruhe, die im September eintritt, wenn die Sommertouristen weg sind und die Luft nach nassem Laub riecht. Das ist die Sorte Tag, für die wir das machen — Slow Living ist hier keine Idee, sondern einfach das Tempo, das der Hund vorgibt.

Wir sind damals umgedreht. Mylo hat gewonnen, wir sind zwei Stunden früher als geplant zuhause gewesen und haben im Garten gesessen. Sophia fand das großartig, weil sie ihn abduschen durfte. Und wir haben erst Wochen später wieder darüber geredet, ob eine Tour eigentlich schlechter wird, nur weil man sie nicht zu Ende geht.

Häufige Fragen

Wie weit kann ein Hund am Stück wandern?
Ein trainierter, gesunder Hund mittlerer Größe schafft zehn bis fünfzehn Kilometer mit Höhenmetern. Untrainiert eher drei bis fünf. Der bessere Maßstab ist aber nicht die Distanz, sondern der Tag danach: Wenn dein Hund am nächsten Morgen steif aufsteht, war es zu viel.

Muss der Hund beim Wandern an der Leine bleiben?
Auf Weideflächen, in Wildruhezonen und im Frühjahr grundsätzlich ja — die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gebiet, schau vorher auf die Beschilderung. Die eine Ausnahme: Wenn Weidevieh auf euch zugeht, leinst du ab. Das steht so auch in den offiziellen Verhaltensregeln für Almen.

Ab wann ist es zu heiß zum Wandern mit Hund?
Faustregel bei uns: Wenn du den Handrücken fünf Sekunden lang nicht auf dem Weg lassen kannst, ist es für Pfoten zu heiß. Über 22 Grad gehen wir nur noch früh morgens oder am späten Nachmittag, und bei über 25 gar nicht. Hunde schwitzen nicht, die kühlen über Hecheln — im Anstieg funktioniert das schlecht.

— Florian & Kristina, Heart & Ground, Wies/Steiermark

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