Slow Living Bücher: Die 10 besten Empfehlungen (aus unserem Regal)

Slow Living Bücher: Die 10 besten Empfehlungen (aus unserem Regal)

Letzten Winter hat Florian eine Woche lang jeden Abend dasselbe Buch aufgeschlagen und nie mehr als zwei Seiten gelesen. Nicht weil es langweilig war — sondern weil jede Seite so viel zu sagen hatte, dass er irgendwann einfach aufgehört hat zu lesen und aus dem Fenster geschaut hat. Raus auf die Wiesen bei Wies, auf die Fichten am Hang, auf Mylo der im Schnee herumgetobt ist.

Das ist für uns das Kennzeichen eines wirklich guten Slow Living Buchs: Es gibt dir nicht noch mehr Inputs. Es gibt dir Raum zum Nachdenken.

Diese Liste hier ist kein Ranking. Das sind einfach die slow living bücher, die bei uns tatsächlich im Regal stehen und die wir mehr als einmal in die Hand genommen haben.


Die besten Slow Living Bücher — unsere persönlichen Empfehlungen

Carl Honoré: „Lob der Langsamkeit“ (2004)

Das war für viele von uns damals der erste Moment: Oh, da gibt es einen Namen dafür. Honoré schreibt journalistisch, sehr zugänglich, manchmal fast zu flott für ein Buch über Langsamkeit. Aber es ist ein guter Einstieg wenn du noch nie über das Thema nachgedacht hast.

Jenny Odell: „How to Do Nothing“ (auf Deutsch: „Nichts tun“)

Eines der schwierigeren Bücher auf dieser Liste. Odell ist Künstlerin und Professorin, sie denkt kompliziert — aber gut. Es geht darum, was Aufmerksamkeit eigentlich ist und warum wir sie ständig verschenken. Kristina hat es zweimal gelesen.

Ikigai: „Der japanische Weg zum glücklichen Leben“ von Héctor García & Francesc Miralles

Klingt nach Selfhelp. Ist es ein bisschen. Aber der Kern ist ehrlich: Menschen in Okinawa wurden gefragt wie sie leben, nicht wie man theoretisch leben sollte. Das macht einen Unterschied.

Niki Segnit: „Der Geschmacksthesaurus“

Streng genommen kein Slow Living Buch. Aber es hat uns mehr über bewusstes Kochen gelehrt als jedes Achtsamkeits-Kochbuch. Wenn du anfängst Geschmäcker wirklich zu verstehen, kochst du automatisch langsamer. Empfehlung fürs Regal wenn du gerne kochst.

Annie Dillard: „Pilger am Tinker Creek“

Ein Klassiker. Dillard beschreibt ein Jahr an einem Bach in Virginia — Natur, Philosophie, Staunen. Kein Konzept, keine These. Nur sehr genaues Hinschauen. Das ist eigentlich das einzige was Slow Living wirklich bedeutet.

Tove Jansson: „Sommerbuch“

Kurze Kapitel, eine alte Frau und ihre Enkelin auf einer finnischen Insel. Dieses Buch hat Sophia uns abends vorgelesen — na ja, wir haben es ihr vorgelesen, aber sie hat dazugehört. Es ist das ruhigste Buch das wir kennen.

Sarah Lazarovic: „A Bunch of Pretty Things I Did Not Buy“

Illustriertes Tagebuch über ein Jahr ohne Kleidungskauf. Lustig, klug, gar nicht erhobenen Zeigefinger. Für uns besonders relevant weil wir selbst ein nachhaltiges Mode-Label betreiben. Es gibt Momente wo Lazarovic genau die Fragen stellt die wir uns auch stellen.

Patrik Aspers: „Ordnung in ungeordneten Zeiten“

Ein Soziologie-Buch, kein Ratgeber. Aber es hilft zu verstehen warum das Gefühl von Chaos in unserem Alltag keine persönliche Schwäche ist, sondern ein strukturelles Phänomen. Danach liest sich Slow Living nicht mehr wie Eskapismus.

Ernst Schumacher: „Small Is Beautiful“ (1973)

Alt, aber erstaunlich aktuell. Schumacher schreibt über Wirtschaft, aber eigentlich über die Frage: Wie groß muss etwas sein um gut zu sein? Eine Frage die wir uns auch bei Heart & Ground ständig stellen.

Roman Krznaric: „Carpe Diem Regained“

Über das Jetzt. Nicht über Achtsamkeits-Meditation sondern über echte Spontaneität, Neugier, Präsenz. Schön geschrieben, kurz, gut für ein Wochenende auf dem Sofa.


Was uns gute Slow Living Bücher gemeinsam haben

Die meisten Bücher oben wurden nicht als Slow Living Bücher geschrieben. Das finden wir eigentlich interessant. Dillard hat über einen Bach geschrieben. Jansson über eine Sommerinsel. Lazarovic über ihre Kleider.

Das Beste am Thema Slow Living ist vielleicht, dass es kein eigenes Genre braucht.

Was gute Bücher zu diesem Thema verbindet: Sie haben Zeit. Sie überzeugen dich nicht. Sie zeigen dir einfach wie jemand anderes hinschaut — und dann schaust du vielleicht selbst ein bisschen genauer.


Häufige Fragen

Welches Slow Living Buch ist gut für den Einstieg? „Lob der Langsamkeit“ von Carl Honoré ist ein guter Einstieg — journalistisch geschrieben, gut verständlich, keine Vorkenntnisse nötig. Wer gleich tiefer einsteigen will: Jenny Odells „Nichts tun“ fordert mehr, gibt aber auch mehr zurück.

Gibt es Slow Living Bücher auf Deutsch? Ja, mehrere aus dieser Liste sind auf Deutsch erschienen: „Lob der Langsamkeit“, „Nichts tun“, „Ikigai“ und „Pilger am Tinker Creek“ sind auf Deutsch erhältlich. Andere wie das Sommerbuch von Tove Jansson sind als „Sommerbuch“ übersetzt.

Welche Bücher über Entschleunigung sind wirklich nicht kitschig? Annie Dillard, Jenny Odell und Tove Jansson. Alle drei schreiben über echte Dinge — Natur, Wahrnehmung, Beziehungen — ohne das Wort „Entschleunigung“ auch nur einmal zu benutzen. Das reicht manchmal.


— Florian & Kristina, Heart & Ground, Wies/Steiermark

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