Morgenroutine im Winter: Warm, langsam, bewusst

Morgenroutine im Winter: Warm, langsam, bewusst

Es war ein Dienstag im Januar, kurz nach sieben. Draußen noch dunkel, minus vier Grad, Schnee seit der Nacht. Kristina hat Wasser aufgesetzt. Ich bin raus zum Eisfass.

Das klingt für viele verrückt. Ich verstehe das. Aber seit über einem Jahr gehört der Gang ins Eisfass zu meiner Morgenroutine im Winter — und ich möchte ihn nicht mehr missen. Nicht weil ich Schmerzen mag. Sondern weil danach alles anders ist.

Eine Morgenroutine im Winter muss nicht für alle gleich aussehen. Sie soll dich wach machen — auf eine Art die zu dir passt. Für mich ist das Kaltwasser. Für Kristina ist es der erste Tee im Stillen. Beides funktioniert. Beides ist richtig.

Das Eisfass: Was passiert wirklich

Unser Eisfass steht draußen auf der Terrasse in Wies. Im Winter liegt manchmal Schnee drum herum — so wie auf dem Foto. Das Wasser hat dann fünf, sechs Grad, manchmal weniger.

Ich steige rein, setze mich, atme. Die ersten zehn Sekunden sind jedes Mal unangenehm. Das wäre gelögen wenn ich das anders beschreiben würde. Aber nach etwa einer Minute passiert etwas — der Körper gibt nach, der Kopf wird still. Wirklich still. Keine Gedanken an den Tag, an die To-do-Liste, an was auch immer gestern nicht fertig wurde.

Ich bleibe drei bis fünf Minuten drin. Dann raus, Handtuch, rein. Und dann — das ist das Entscheidende — bin ich wach. Nicht wach wie nach einem Kaffee. Wach wie nach einem Reset.

Sophia hat mich einmal beim Reinklettern beobachtet und gefragt ob ich einen Vogel hab. Mylo hat am Rand geschnuppert und ist dann doch lieber weggelaufen. Ich kann das verstehen.

Warm danach — das ist kein Widerspruch

Was viele nicht wissen: nach dem Eisfass ist man richtig warm. Der Körper dreht auf, die Durchblutung springt an. Ich komme rein, Kristina hat den Tee fertig, und für die nächste Stunde bin ich wärmer als sie.

Deshalb ist der Titel dieses Artikels für mich kein Widerspruch: Morgenroutine im Winter, warm, langsam, bewusst. Der Weg dahin ist kalt. Aber was danach kommt ist genau das.

Kristina macht das übrigens nicht mit. Und das ist gut so. Sie startet lieber langsam, mit Licht und Tee und ohne Kaltschock. Wir haben nie versucht, unsere Morgenroutinen zu synchronisieren — jeder macht was ihm hilft.

Muss das jeder machen?

Nein. Wirklich nicht.

Ich erzähle das hier nicht um jemanden zu überzeugen. Kaltwasser-Rituale sind gerade sehr im Trend und es gibt viele Leute die sehr laut darüber reden. Das nervt mich ehrlich gesagt ein bisschen. Als wäre man ein schlechterer Mensch wenn man lieber warm duscht.

Was ich sagen will: Ich habe etwas gefunden das meinen Wintermorgen verändert hat. Nicht weil eine App mir gesagt hat ich soll, sondern weil ich es ausprobiert habe und es sich für mich richtig anfühlt. Das kann für dich etwas ganz anderes sein.

Der Winter ist lang. Vor allem in Wies, wo es manchmal fühlt als wäre es vier Monate lang bewusst düster. Was auch immer dir hilft morgens anzukommen — das ist deine Morgenroutine im Winter. Und die ist richtig.

Häufige Fragen zur Morgenroutine im Winter

Ist ein Eisfass im Winter nicht gefährlich?
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte man vorher mit einem Arzt reden — das ist ernst gemeint. Ansonsten: langsam einsteigen, kurz anfangen (30 Sekunden reichen am Anfang), nicht alleine wenn man unsicher ist. Mein Einstieg war auch holprig.

Was bringt Kaltwasser morgens wirklich?
Für mich: Fokus, Energie, und das Gefühl schon etwas geschafft zu haben bevor der Tag richtig anfängt. Die Wissenschaft zeigt außerdem positive Effekte auf Durchblutung und Stimmung — aber das war für mich ehrlich gesagt zweitrangig.

Wie starte ich mit einer Wintermorgen-Routine wenn ich kein Eisfass habe?
Kalt duschen funktioniert auch — einfach am Ende der Dusche kurz auf kalt stellen, 20–30 Sekunden. Oder gar kein Kaltwasser, wenn das nicht dein Ding ist. Wichtiger ist ein Morgen der sich nicht sofort wie Stress anfühlt.

— Florian & Kristina, Heart & Ground, Wies/Steiermark

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